Geschichte Culms

Die Geschichte Culms hat ihren Anfang nicht an dem Ort genommen, an dem sich die Stadt gegenwärtig befindet, sondern einige Kilometer weiter im Dorf Kałdus. Dort befinden sich Spuren einer mittelalterlichen Siedlung, die zum ersten Mal in Dokumenten aus dem 11. Jahrhundert erwähnt wird. Culm (lat. Culmen) war damals Sitz eines Kastellans. Bis zu seiner ersten Verlegung, die Anfang des 13. Jahrhunderts erfolgte, bildete der Ort ein religiöses Zentrum und einen wichtigen Handelsplatz für das ganze Culmer Land.

Wichtigste Ereignisse in der Geschichte Culms
1228Die große Bedeutung der Siedlung sowie ihre Lage in Nachbarschaft zu feindlichen pruzzischen Stämmen bewirkten, dass sie häufig Angriffen ausgesetzt war. Deshalb fasste Konrad von Masowien den Entschluss, die Ritter des Deutschen Ordens in diesen Landstrich zu holen. Für Culm war dies eines der wichtigsten Ereignisse in seiner gesamten Geschichte. Rasch hielten die Ordensritter die Pruzzen in Schach und begannen, einen eigenen Staat zu schaffen.
1232Nach einem erneuten Brand in der Siedlung wurde beschlossen, sie nicht an Ort und Stelle wieder aufzubauen, sondern einen neuen Standort auf einer Anhöhe im heutigen Dorf Starogród zu wählen. Culm sollte die Hauptstadt des in der Entstehung begriffenen Ordensstaates werden. Der Deutsche Orden begann mit dem Bau einer Burg, in der sich bis Mitte des 13. Jahrhunderts eine Komturei befand.
28. Dezember 1233Hochmeister Hermann von Salza und der preußische Landmeister Hermann Balk stellten für Culm eine Gründungsurkunde, die sog. Culmer Handfeste, aus, die nicht nur für das entstehende Culm, sondern auch für viele andere Städte die Rechtsordnung darstellte.
1. Oktober 1251Eberhard von Sayn stellte die Gründungsurkunde erneut aus, weil das Dokument aus dem Jahr 1233 bei einem Stadtbrand vernichtet worden war. In diesem Jahr kam es zu zwei weiteren Standortverlagerungen Culms. Zunächst wählte man den Bereich des heutigen Stadtteils Rybaki (Fischerei), um schließlich mit dem Bau der Stadt an der Stelle zu beginnen, an der sie sich bis heute befindet.
13. und 14. JahrhundertBlüteperiode der Stadt. Die meisten der bis heute bewunderten Bauwerke entstanden in dieser Zeit. Culm trat der Hanse bei. Sogar die Gründung einer Universität wurde geplant.
15. JahrhundertLoslösung vom Deutschen Orden, Bedeutungsverlust der Stadt und ihr Verfall infolge von Kriegen und Besetzungen (Bernhard von Zinnenberg/Szumborski).
16. JahrhundertDer polnische König überließ die Stadt den Culmer Bischöfen. Zwar blieben die Privilegien erhalten, wurde ein Teil der Stadt im Stil der Renaissance umgestaltet (Rathaus, Kapelle am Graudenzer Tor, Bürgerhäuser) und auch die Wehrmauer instand gesetzt, aber Culm konnte seine ursprüngliche Bedeutung nicht wieder erlangen. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts verließen die Einwohner, die nicht katholischen Glaubens waren (hauptsächlich deutsche Kaufleute), infolge der Gegenreformation des Culmer Bischofs die Stadt.
17. und 18. JahrhundertZahlreiche Kriege und die von verschiedenen Armeen verlangten Kontributionen führten dazu, dass Culm immer mehr verarmte. Außerdem wurde die Bevölkerung durch Epidemien und Seuchen dezimiert. Es kam zu einer verstärkten Einwanderung. In der Stadt ließen sich vor allem Siedler aus Schottland und den Niederlanden nieder.
13. September 1772Nach der Ersten Polnischen Teilung wurde Culm von Preußen eingenommen. Die protektionistische Politik Friedrichs II. sowie die gute wirtschaftliche Konjunktur trugen zu einem Aufschwung in der Stadt bei.
18. und 19. JahrhundertDie Germanisierungsversuche der preußischen Regierung steigerten das Nationalbewusstsein der polnischen Bevölkerungsgruppe. Wirtschaftlich entwickelte sich die Stadt weiter. Das Stadtbild veränderte sich: Fast alle Stadttore wurden abgetragen. Die meisten Häuser der Altstadt stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
22. Januar 1920Nach 150 Jahren Zugehörigkeit zu Preußen von Gen. Józef Haller befreit, wird Culm als Chełmno Teil des unabhängigen Polens.
September 1939 – Januar 1945Chełmno unter deutscher Besatzung. In der Nähe der unweit der Stadt gelegenen Ortschaft Klamry wurden bei Massenhinrichtungen etwa 2000 Menschen ermordet. Am 21. Januar 1945 wurde die Stadt befreit.
nach 1945In den Vorkriegsjahren setzte langsam ein Aufschwung von Industrie und Handel ein. Im letzten Jahrzehnt wurde den touristischen Vorzügen der Stadt stärkere Beachtung geschenkt, so dass sich ihr Aussehen verbessert hat. Nach vielen Jahren wurde damit begonnen, die ältesten Bauwerke Culms instand zu setzen und zu bewahren...
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© Grzegorz Góra, moje-chelmno.pl